Wein

Geöffneter Wein hält gut verschlossen und gekühlt 3 bis 5 Tage, Schaumwein nur 1 bis 3. Ungeöffnet halten die meisten Weine ein bis drei Jahre.
Ungeöffnet und geöffnet — zwei Fragen
Bei Wein muss man zwei Fragen trennen: ungeöffnet und geöffnet. Ungeöffnet halten die meisten Alltagsweine problemlos ein bis drei Jahre; einfache Weißweine und Roséweine trinkt man besser jung, während gute, tanninreiche Rotweine über Jahre reifen können. Nur ein kleiner Teil der Weine ist überhaupt zum langen Lagern gemacht — für die allermeisten gilt: nicht zu lange aufheben.
Nach dem Öffnen beginnt der Wein durch den Luftkontakt zu oxidieren. Wieder verkorkt und im Kühlschrank halten Weiß- und Rotwein dann noch etwa drei bis fünf Tage, bevor Aroma und Frische deutlich nachlassen. Schaumwein und Sekt verlieren ihre Kohlensäure schneller und schmecken schon nach ein bis drei Tagen schal — ein Sektverschluss verlängert das etwas. Auch Rotwein profitiert übrigens vom Kühlschrank: Kälte bremst die Oxidation, zum Trinken lässt man ihn dann kurz auf Zimmertemperatur kommen.
„Schlecht" im Sinne von gesundheitsschädlich wird Wein dabei kaum — er wird vor allem ungenießbar im Geschmack. Ein oxidierter Wein schmeckt flach und essigartig, ein „Korkschmecker" muffig nach feuchtem Karton. Beides ist kein Sicherheitsproblem, aber ein klarer Grund, die Flasche nicht mehr zu trinken, sondern höchstens zum Kochen zu verwenden — solange der Fehlton nicht zu stark ist.
Wie lange ein geöffneter Wein wirklich schmeckt, hängt auch vom Wein selbst ab: Kräftige, tanninreiche Rotweine und gehaltvolle Weißweine halten offen etwas länger als leichte, filigrane Weine, die ihre Frische schnell verlieren. Wer nur ein Glas trinkt, kann den Rest in eine kleinere, randvoll gefüllte Flasche umfüllen — je weniger Luft in der Flasche, desto langsamer oxidiert der Wein. So bleibt auch der zweite oder dritte Abend noch ein Genuss.
Woran erkenne ich schlechten Wein?
Verdorbener Wein verrät sich über Geruch, Farbe und Geschmack:
Riecht oder schmeckt der Wein sauer und stechend wie Essig, ist er oxidiert und hinüber.
Weißwein, der bräunlich wird, oder Rotwein, der stumpf-braun und trüb wirkt, hat zu viel Luft gezogen.
Ein muffiger Geruch nach feuchtem Karton oder Keller deutet auf einen fehlerhaften Korken hin. Der Wein ist nicht giftig, aber ungenießbar.
Haltbarkeit im Überblick
Zustand und Weinart entscheiden über Tage oder Jahre:
| Zustand | Haltbarkeit |
|---|---|
| Ungeöffnet, kühl & dunkel | 1–3 Jahre (meiste Weine) |
| Weißwein/Rosé, geöffnet | 3–5 Tage (gekühlt) |
| Rotwein, geöffnet | 3–5 Tage (kühl) |
| Schaumwein/Sekt, geöffnet | 1–3 Tage |
Richtig lagern
Mit der richtigen Lagerung bleibt Wein am längsten gut:
Kühl und dunkel — konstant um 10 bis 14 °C, fern von Licht und Wärme; große Temperaturschwankungen schaden.
Liegend bei Naturkork — damit der Korken nicht austrocknet und Luft zieht; Flaschen mit Schraubverschluss dürfen stehen.
Geöffnet verschließen und kühlen — wieder verkorken oder mit Vakuumpumpe verschließen und in den Kühlschrank stellen.
Reste nutzen — angebrochenen Wein zum Kochen verwenden, statt ihn wegzuschütten.
Häufige Irrtümer
Rund um Wein halten sich einige Irrtümer:
Nur wenige Weine. Die meisten Alltagsweine sind jung am besten und bauen mit der Zeit ab.
Nein — auch Rotwein hält im Kühlschrank länger. Vor dem Trinken kurz erwärmen lassen.
Nein, nur unangenehm. Der Wein ist nicht giftig, schmeckt aber muffig und gehört nicht ins Glas.
Reste müssen nicht in den Ausguss: Übrig gebliebenen Wein kann man in Eiswürfelformen einfrieren und portionsweise zum Kochen verwenden — für Soßen, Risotto oder Schmorgerichte. So geht selbst ein angebrochener Rest nicht verloren.