Autoreifen

Autoreifen sollten spätestens nach 10 Jahren ersetzt werden — unabhängig vom Restprofil. Das Gummi altert und wird spröde, das Alter steht in der DOT-Nummer.
Warum Reifen ein Ablaufdatum haben
Autoreifen bestehen aus einer Gummimischung, die mit der Zeit altert — auch dann, wenn der Reifen kaum gefahren wird. Sauerstoff, UV-Licht, Wärme und Ozon lassen das Material aushärten und spröde werden. Der Reifen verliert an Elastizität, feine Risse bilden sich in der Lauffläche und den Flanken, und der entscheidende Grip auf nasser Fahrbahn nimmt ab. Deshalb ist bei Reifen nicht nur die Profiltiefe wichtig, sondern auch das Alter.
Als Richtwert empfehlen ADAC und Reifenhersteller, Reifen spätestens nach zehn Jahren ab Herstellungsdatum zu ersetzen — unabhängig vom Profil. Wer viel und sicher unterwegs ist, tauscht sie eher nach sechs bis acht Jahren. Bei Ersatz- und Notreifen, die jahrelang ungenutzt im Kofferraum liegen, gilt das genauso: Auch sie altern.
Das Alter ablesen: die DOT-Nummer
Wie alt ein Reifen wirklich ist, steht direkt auf der Flanke. Suche nach der vierstelligen Zahl am Ende der DOT-Kennung. Sie verrät Woche und Jahr der Herstellung:
An der Reifenflanke steht „DOT" gefolgt von mehreren Zeichen. Entscheidend sind die letzten vier Ziffern.
3223 bedeutet: 32. Kalenderwoche des Jahres 2023. Die ersten beiden Ziffern sind die Woche, die letzten beiden das Jahr.
Aktuelles Jahr minus Herstellungsjahr. Ab etwa sechs Jahren regelmäßig prüfen, ab zehn Jahren ersetzen.
Selbst prüfen: die Profiltiefe
Neben dem Alter zählt das Profil. Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm — aus Sicherheitsgründen solltest du aber deutlich früher wechseln. Ein einfacher Test mit einer 1-Euro-Münze zeigt es:
Der Goldrand der Münze (3 mm) ist im Profil versenkt — genug Profil, alles gut.
Sommerreifen unter 3 mm, Winterreifen unter 4 mm — Wechsel einplanen.
Gesetzliches Minimum erreicht — sofort ersetzen.
Wann ersetzen — Überblick
Ob ein Reifen noch fahren darf, entscheidet sich an Alter, Profil und Zustand. Diese Übersicht fasst es zusammen:
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Alter über 10 Jahre | ersetzen, unabhängig vom Profil |
| Alter 6–10 Jahre | jährlich prüfen lassen |
| Profil unter 1,6 mm | gesetzlich verboten — sofort tauschen |
| Sommer unter 3 mm / Winter unter 4 mm | Wechsel empfohlen |
| Risse, Beulen, Fremdkörper | Fachbetrieb prüfen lassen |
Länger halten: richtig lagern & pflegen
Gerade eingelagerte Sommer- oder Winterreifen altern schneller, wenn sie falsch behandelt werden:
Kühl, dunkel, trocken lagern — UV-Licht und Wärme beschleunigen die Alterung des Gummis.
Luftdruck regelmäßig prüfen — falscher Druck führt zu ungleichmäßigem Verschleiß und höherem Verbrauch.
Reifen ohne Felge stehend lagern und ab und zu drehen; mit Felge liegend stapeln oder aufhängen.
Fern von Ozonquellen — Elektromotoren und Lösungsmittel setzen Ozon frei, das Gummi angreift.
Häufige Irrtümer
Beim Thema Reifenalter kursieren riskante Halbwahrheiten:
Nicht unbedingt — auch ein Reifen mit gutem Profil kann durch Alterung spröde und gefährlich werden.
Nicht immer — auch fabrikneue Reifen können schon Jahre gelagert worden sein. Immer die DOT-Nummer prüfen.
Doch — er altert genauso. Auch das Notrad gehört regelmäßig kontrolliert.
Bei 1,6 mm Restprofil erscheinen die gesetzlich vorgeschriebenen Verschleißindikatoren (TWI) in den Profilrillen — kleine Stege, die bündig mit der Lauffläche abschließen. Ein Blick auf die kleinen Dreieck-Markierungen am Reifenrand zeigt, wo sie sitzen.